Die ostbelgische Partei Vivant lud mich vergangenen Freitag nach St. Vith, dem Geburtsort von Silvio Gesell, zu einem Vortrag ein. Vivant ist weltweit eine der wenigen Parteien, die neben vielen weiteren Themen die grundsätzlichen Mechanismen unseres Geldsystems diskutieren.

So steht die Frage, welche Methode benutzt wird, um Geld möglichst gleichmäßig im Markt zirkulieren zu lassen, damit wir Menschen krisenfrei unseren Waren- und Dienstleistungstausch bewerkstelligen können. Die bestehenden Regeln wurden von Menschen gemacht, so können sie auch von Menschen geändert werden.

Deutlich über 100 Menschen folgten der Einladung und kamen in den gemütlichen Saal der örtlichen Gastronomie. Nach eineinhalb Stunden Vortrag blieben alle Gäste sitzen und stellten noch zwei weitere Stunden lang spannende Fragen. Dies belegt, dass das Interesse am Thema gegeben war. Es war für mich eine besondere Freude ...

Juncker begründet dies gegenüber der "Welt am Sonntag" folgendermaßen: „sie würde Russland den klaren Eindruck vermitteln, dass wir es ernst meinen mit der Verteidigung der Werte der Europäischen Union".

Ich kenne die Werte von Juncker nicht, zur Verteidigung meiner Werte brauche ich keine europäische Armee. Ich bin für Frieden, für Toleranz, für Verständigung, für Kooperation, für fließendes Geld. Ich lehne Gewalt und Gewaltverherrlichung ab, Menschen mit unterschiedlichen Positionen sollten Lösungen über eine wertschätzende Kommunikation suchen.

Juncker weiter: "Eine gemeinsame europäische Armee würde der Welt zeigen, dass es zwischen den EU-Ländern nie wieder Krieg geben wird." Was soll das heißen? Das sich die Länder, die ...

Laut einer Handelsblattmeldung vom 02.03.15 ist nach wie vor Bill Gates der reichste Mensch der Welt mit einem Vermögen von ca. 80 Milliarden US-Dollar. Interessant auch die Mitteilung, dass sein Vermögen im Vergleich zum Vorjahr um ca. 3 Milliarden Dollar gestiegen ist. Erneut betone ich, dass ich hier keine Neiddiskussion führen will, es geht um Gerechtigkeit.

Im reichen Deutschland diskutiert man aktuell über eine Kindergelderhöhung von 6 € pro Monat und die geeignete Höhe eines Mindestlohns. Wann beginnen wir weltweit darüber nachzudenken, ob es nicht auch einen Maximallohn geben sollte? Denn als Vergütung einer erbrachten Leistung des Vermögenden kann man solche Vermögenszuwächse der Superreichen in diesen Dimensionen eher nicht bezeichnen.

Vor Jahren las ich in einem Buch, dass die 3 reichsten Menschen der Welt ein Vermögen besitzen, das dem Bruttoinlandsprodukt der 50 ärmsten Länder entspricht. Ich habe dies einmal an Hand aktueller Zahlen erneut überprüft. Das offizielle Vermögen der drei reichsten Menschen des Planeten Erde betrug 2014 ...

Pressemitteilung, McKinsey, 05.02.15: „Die weltweite Verschuldung erreicht aktuell neue Rekordstände. Die globalen Schulden liegen heute bei 199 Billionen Dollar und damit 57 Billionen Dollar höher als zu Beginn der Finanzkrise 2007.“

Viele Mainstream-Medien berichteten heute über die Ergebnisse einer neuen McKinsey-Studie. In den von mir gelesenen Meldungen zum Thema taucht nirgends das Wort Guthaben auf. Dies überrascht einerseits nicht, andererseits handelt es sich damit um eine unglückliche inhaltliche Verkürzung, denn den ca. weltweiten 200 Billionen US-Dollar Schulden stehen ca. 200 Billionen US-Dollar Guthaben gegenüber.

Auffällig ist erneut, dass auch nicht hinterfragt wird, wer die Schuldzinsen für diese Schulden bezahlt? Die Antwort ist einfach, alle Menschen (beim Einkauf, beim Steuern zahlen, über selbst aufgenommene Darlehen). Auch sollte diskutiert werden, was die Empfänger der Zinsen mit diesen leistungslos vereinnahmten Beträgen machen? Der große Teil dieser Summen werden wieder verzinslich angelegt. Damit die Bank jedoch auch für diese Volumina Guthabenzinsen auszahlen kann, müssen neue Darlehensnehmer gefunden werden. Auf Zinsen wieder Zinsen kassieren bringt den sogenannten Zinseszinseffekt. Insofern ist das exponentielle Wachstum von Guthaben und Schulden ein schlichtes mathematisches Ergebnis wegen des Wirkens der destruktiven Umlaufsicherung Zins. Für ein solches Fazit braucht man auch keine Studie.

Diesen von Menschen eingebauten Fehler ...

1. Diejenigen Eliten, die aktuell entscheiden, welche Art von Geld wir verwenden, sind diejenigen, die den größten ökonomischen Nutzen aus dem gegenwärtig existierenden System ziehen; deshalb ist eine Änderung nur von „unten nach oben“ möglich. Aus diesem Grund sollten wir die wesentlichen Mechanismen unseres aktuellen Finanzsystems auf breiter Ebene diskutieren. Wir sollten nicht nach Schuldigen suchen, sondern uns ganz auf die Lösung konzentrieren. Wir können das Geld verwenden, was sich die absolute Mehrheit wünscht.

2. Viele Menschen in den industrialisierten Gebieten hoffen, einmal zu den „Gewinnern“ des Systems zu gehören. Bei monetärer Betrachtung zahlen jedoch 9 von 10 Menschen immer mehr Schuldzinsen (über Konsum die Schuldzinsen der Industrie, über Steuern die Schuldzinsen des Staates, über private Kredite die Schuldzinsen für die eigene Verschuldung) als sie in der Lage sind, Guthabenszinsen zu generieren. Betrachtet man weitere Wirkungen des Zinseszinseffektes (z. B.: Umweltzerstörung wegen zinsbedingtem Wirtschaftswachstumszwang) gewinnt am Ende niemand.

3. Für uns Menschen stellen wesentliche Veränderungen eine gewisse psychologische Herausforderung dar. In Verbindung mit Dingen, die wir nicht kennen, können wir eine Angst entwickeln, auch wenn die Alternativen noch so brillant sind. Deshalb werden wir dann neue Wege beim Geld gehen, wenn ...

Hier geht es zum Artikel: http://derstandard.at/2000008743891/Vollgeld-als-Alternative-zum-aktuellen-Finanzsystem

Ich möchte hier jedoch betonen, dass ich mich persönlich nicht für Vollgeld einsetze, sondern mich für das fließende Geld einbringe. Ich diskutiere vor allem die Art der Umlaufsicherung, also die Frage: Wie bleibt das Geld im Wirtschaftskreislauf?.

In meinem Studien bin ich in verschiedenen Bereichen fachlich zu anderen Ergebnissen als Thomas Mayer gekommen. Mayer schreibt zum Beispiel in seinem Buch: "Vollgeld, das System der Zukunft" (Seite 226, Abschnittsüberschrift: "Marktgleichgewicht durch Vollgeld"): "Selbstregulierung: Bei begrenzter Geldmenge steigt bei steigender Kreditnachfrage der Zins. Je höher der Zins, umso weniger rentieren sich spekulative Anlagen. Der Boom läuft aus." Damit belegt er, dass er der destruktiven Wirkung von Zins und Zinseszins (Wachstumszwang, Umverteilungsmechanismus, soziale Unglechgewichte, ...) eher keine Beachtung schenkt.

Fließendes Geld in meinem Sinne kann man parallel zum aktuellen System einführen, wie ein überregionales "Regio-Geld" als gesetzliches Zahlungsmittel. Man könnte beginnen, Löhne, soziale Leistungen, Renten usw. zu 20 % als fließendes Geld auszuzahlen. Bei der Umstellung von DM und Euro wurden auch Preise usw. in zwei Währungen ausgewiesen. Vollgeld diskutiert: Wer gibt Geld aus? und: Wie gelangt es in den Umlauf? Die Frage nach der Art der Umlaufsicherung wird auf diese Weise nicht beantwortet. Dennoch ist es in jedem Geldsystem wichtig, darüber nachzudenken, wie man dem Horten von Geld entgegenwirkt, um Wirtschaftskrisen zu vermeiden.

Steffen Henke

... und „Das fordern wir!“ waren die unüberhörbaren Rufe aus über 50.000 friedlichen Kehlen heute in Berlin, auf der Demo gegen TTIP, CETA, Gentechnik und Massentierhaltung und für gesunde Lebensmittel aus ökologischer, nachhaltiger Produktion, hergestellt unter fairen Bedingungen, verbunden mit der Förderung von regionalen Strukturen. Eine solch hohe Beteiligung erinnerte mich stark an die Demos 1989 in Leipzig. Wie eine riesige Raupe bewegte sich die gigantische Menschenmenge durch die Straßen zum Platz vor dem Kanzleramt.

Natürlich waren auch wachstumskritische Parolen auf den selbsthergestellten Plakaten zu lesen. Wir sind uns bestimmt einig, dass hier nicht das notwendige Wachstum in der Form gemeint ist, dass kein Mensch auf der Welt mehr hungern muss. Doch was hilft die beste Wachstumskritik, wenn die Kernursache, unser Geldsystem, nicht thematisiert wird. Durch Zins und Zinseszins wachsen Guthaben und Schulden exponentiell. Die damit steigenden, von allen zu tragenden Schuldzinszahlungen sollen nun über Wirtschaftswachstum bezahlbar bleiben. Ein Irrweg, denn nichts auf der Welt kann zeitlich unbegrenzt exponentiell wachsen.

Die Lösung für diese Situation ist das fließende Geld. Fließendes Geld, zusammen mit den wertvollen Forderungen dieser heute stattgefundenen Aktion: ein herrliches Gemisch. Und doch hatte ich eine Träne im Auge. Es ist mein Fehler, ...

Für den 15.01.2015 lud mich der „Bund Kreisverband“ aus Biberach für einen Vortrag in die hübsche Stadt ein. Hierfür wurde ein schmucker Raum in der Stadthalle angemietet. Mit wundervollem Schwung wurde das Event vorbereitet und bekanntgemacht. So informierte zum Beispiel auch die Schwäbische Zeitung über diese Aktion. Nachdem alle 170 Stühle vergeben waren, versuchte man weiteren Gästen die Teilnahme zu ermöglichen, in dem zusätzliche Sitzgelegenheiten beschafft wurden. Ohne die Fluchtwege zu blockieren, nahmen weitere Interessierte auf den Stufen des Saales Platz. Sehr bedauerlich war, dass trotz dieser kreativen Maßnahmen nicht alle Menschen, die gekommen waren, dabei sein konnten. Mit deutlich über 200 Gästen war das Fassungsvolumen der Örtlichkeit erreicht.

Ich war natürlich sehr erfreut über das rege Interesse an alternativen Wegen im Vergleich zum aktuellen Geldsystem. Es war ein besonderes Publikum, ausgesprochen aufmerksam verfolgte man meine Argumentation und obwohl es sich bei diesen Inhalten eher um ernste Themen handelt, durfte zwischendurch zum Luftholen herzlich gelacht werden. Auffällig war, dass auch viele Biobauern gekommen waren, also Produzenten, die auf nachhaltige Weise die Region mit wertvollen Lebensmitteln versorgen. In räumlicher Nähe existiert eine Regiogeldinitiative, der Donau-Taler. Dieser konnte damit wundervoll als praktisches Beispiel für die Funktionsweise von fließendem Geld dienen. Die „Humane Wirtschaft“ war ebenfalls vor Ort. Als Dankeschön wurde mir am Ende der Veranstaltung ein Korb, gefühlt mit lauter Leckereien, aus ökologischer Herstellung, Vieles aus der Region, überreicht. Beim Genießen dieser Köstlichkeiten werde ich mit Freude an diesen Abend denken. Ich möchte mich ebenfalls ganz herzlich bei der aktiven Gruppe für diese brillant gelungene Aktion bedanken.

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