Blog https://neuesgeld.net Sun, 15 Sep 2019 10:44:41 +0000 Joomla! - Open Source Content Management de-de Finanzminister auf dem Holzweg https://neuesgeld.net/index.php?option=com_k2&view=item&id=325:finanzminister-auf-dem-holzweg&Itemid=101 https://neuesgeld.net/index.php?option=com_k2&view=item&id=325:finanzminister-auf-dem-holzweg&Itemid=101

Unter anderem berichtete am 22.08.19 die FAZ (1), dass Finanzminister Olaf Scholz prüft, ob die Weitergabe von sogenannten Negativzinsen von Geschäftsbanken an Einleger gesetzlich verboten werden sollte. CSU-Chef Söder soll das Thema wohl zuvor in die Debatte gebracht haben. Scholz ist vielleicht ein guter Rechtsanwalt, das Grundverständnis für das Funktionieren von Geldsystemen fehlt ihm offensichtlich. Das ist kritisch, betrachtet man die Position, die Scholz gegenwärtig ausübt.

Damit Geld (2) möglichst gleichmäßig im Wirtschaftskreislauf zirkuliert – eine wichtige Bedingung im Sinne des Gemeinwohls –, bedarf es einer Geldumlaufsicherung. Im alten Geldsystem dienten als destruktive Geldumlaufsicherungen ein Zins deutlich über null Prozent und Inflation. „Destruktiv“ deshalb, da durch Zins und Zinseszins exponentielle Wachstumsprozesse ausgelöst werden. Da nichts auf der Welt ...

zeitlich unbegrenzt exponentiell wachsen kann, fliegen uns Prozesse, die mit einem solchen Mechanismus ausgestattet sind, sprichwörtlich „um die Ohren“.

Inflation hat ebenfalls sehr hässliche Komponenten. Steigt beispielsweise das Einkommen nicht mindestens um die Inflationsrate, stellen sich bei Menschen mit gerade geringen Einnahmen schnell bedrohliche Zustände ein.

Aus verschiedenen Gründen hat nun die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins immer weiter gesenkt. Unter anderem werden dadurch überschuldete Staaten und Unternehmen vor der Zahlungsunfähigkeit geschützt. Würden deutlich höhere Zinskosten auf Staatsschulden anfallen, könnten Länder wie Italien oder Griechenland diese nicht mehr stemmen. Darüber hinaus hat sich durch oben beschriebene Effekte eine „Unmenge“ an Kapital gebildet. Bei allem, was im Überangebot zur Verfügung steht, fällt der Preis. Herkömmliche Ökonomen bezeichnen oft den Zins auch als den „Preis“ des Geldes. Hat ein Gemüsehändler am Sonnabend noch zu viele Tomaten im Bestand, die das Wochenende schwer überstehen, gibt es Sonderangebote.

In der aktuellen finalen Phase funktionieren nun die überholten Geldumlaufsicherungen nicht mehr. Der Zins ist zu niedrig, Einleger fühlen sich nicht motiviert, mittel- bis langfristige Laufzeiten zu zeichnen. Auch die aktuelle Inflationsrate verfehlt ihre Wirkung.

Geschäftsbanken müssen gegenwärtig auf Zentralbankgeldüberschüsse, die sie bei der Nationalen Notenbank (NNB) parken, Zinsenkosten von 0,4 Prozent tragen. Ziel der EZB ist, dass diese finanziellen Mittel zum Einsatz gelangen und Wirtschaftswachstum generieren. In einer Welt mit begrenzten Ressourcen stetiges Wirtschaftswachstum anzustreben, um damit den Fehler im Geldsystem kompensieren zu wollen, ist ganz offensichtlich ein Irrweg. Doch die Strategie der EZB geht nicht auf, die Geschäftsbanken halten aus Sicherheitsgründen diese großen Volumina an zusätzlich geschaffener Liquidität und tragen dafür lieber die Kosten.

Eher denken Banken verstärkt darüber nach, ob sie die Zinskosten, die sie für ihr gehortetes Geld bei der NNB zahlen müssen, an ihre Einleger weitergeben. Aufgabe solcher Kosten auf täglich fällige Einlagen könnte sein, dass die Halter entweder ihre finanziellen Mittel einsetzen oder mittel- bis langfristige Einlagen zeichnen. Letzteres hätte stabilisierende Wirkung, da Banken hohe Risiken eingehen, wenn sie langfristige Kredite zum sehr großen Teil kurzfristig refinanzieren. Auch die Flucht ins Bargeld unter den gegebenen Bedingungen wird in Finanzkreisen intensiv diskutiert.

Die beste Lösung wäre, Fließendes Geld einzuführen (3). Hier wird der Zins auf 4 bis 5 Prozent unter null pro Jahr abgesenkt, das Bargeld wird einbezogen. Eines der größten Irrglauben breiter Bevölkerungsschichten ist, dass das Absenken des Zinsniveaus für sie von Nachteil wäre. Der Medienmainstream verstärkt diese fehlerbehaftete Ansicht – hohe Zinsen wären gut für die Sparer –, um das alte System für alle als nützlich zu propagieren. Das Gegenteil ist der Fall. Ich beschreibe diese Zusammenhänge in meinem Buch (4). Die positiven Wirkungen gerade niedriger Zinsen für den Staatshaushalt dürfte auch der Finanzminister kennen. Schließlich hat der deutsche Staat seit Ausbruch der Finanzkrise ca. 368 Milliarden Euro Zinskosten gespart (5). Hätte es diese Ersparnis nicht gegeben, wer wäre wohl für diesen Betrag aufgekommen? Natürlich wir alle.

Wenn nun Scholz gegebenenfalls auf täglich fällige Einlagen bis 100.000 € Zinsen kleiner null Prozent verbieten will, nimmt er dem System die Möglichkeit der Installation einer alternativen konstruktiven Umlaufsicherung auf wesentliche Aggregate. Eine solche Forderung mag populistisch in der Masse (noch) gut ankommen. Diejenigen, die die Mechanismen im Geldsystem jedoch verinnerlicht haben, merken schnell, dass hier der ökonomische Sachverstand fehlt. Letztendlich ist das noch nicht einmal entscheidend. Ein Geldsystem sollte nur unter der Bedingung geändert werden, wenn neue, bessere Wege von der Bevölkerung getragen werden. Bis dahin ist noch viel Arbeit angesagt. Die gemeinnützige Gesellschaft Neues Geld liefert gern ihren Funken bei dieser Aufgabe.

Steffen Henke

(1) FAZ: „Nach Vorstoß von Söder. Scholz prüft Verbot von Negativzinsen“, 22.08.2019, abgerufen am 28.08.2019
(2) Als Geld bezeichne ich ausschließlich Zentralbankgeld. Um ein besseres Verständnis für die ablaufenden Vorgänge zu erreichen, sollte prinzipiell zwischen Geld und Einlage (z. B.: Guthaben auf Giro- und Tageseinlagenkonten) unterschieden werden.
(3) vor Einführung von Fließendem Geld sind einige Maßnahmen notwendig, vgl.: Henke, Steffen: „Fließendes Geld für eine gerechtere Welt“, Tectum Verlag, Baden Baden, 2017, Kapitel IV, 1.: „Aufgaben vor der Einführung des Fließenden Geldes“, S. 313 ff,
(4) ebd., Kapitel IV, 3.: „Eine einfache Rechnung“, S. 346 ff,
(5) Handelsblatt: „Bundesbank-Studie. Deutschland hat dank Niedrigzinsen 368 Milliarden Euro gespart“, 08.01.2019, abgerufen am 29.08.19

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henke@neuesgeld.net (Steffen Henke) Blog Fri, 30 Aug 2019 11:52:05 +0000
Ökofete - Leipzig - 2019 https://neuesgeld.net/index.php?option=com_k2&view=item&id=324:oekofete-leipzig-2019&Itemid=101 https://neuesgeld.net/index.php?option=com_k2&view=item&id=324:oekofete-leipzig-2019&Itemid=101

Am 16.06. fand erneut die Ökofete im Leipziger Clara-Zetkin-Park statt. Zum 30. Mal konnten die Gäste dieses herrliche Event erleben. Wegen vieler Programmpunkte und den über 160 Ständen war für alle etwas dabei. Das Wetter verwöhnte die Besucher und Besucherinnen genauso wie die Aktiven. Kein Regen, damit blieb alles trocken, kein Wind, so dass die Pavillons nicht massiv vor Wegfliegen geschützt werden mussten, nicht heiß, dafür angenehm warm.

Die gemeinnützige Gesellschaft Neues Geld war natürlich wieder dabei. Gerade die Verbindung zwischen Geldsystem ...

und Umweltzerstörung sollte immer wieder thematisiert werden. Die Ökofete hat sich mittlerweile auch zum Treffpunkt vieler Freundinnen und Freunde entwickelt, die auch ich während meines Einsatzes für Fließendes Geld kennenlernen durfte. Hier sind auch viele Menschen dabei, die sich für eine Änderung beim Geld einbrachten und einbringen.

Doch neben dieser Herzlichkeit geht es vor allem um die Aufklärungsarbeit zum Fehler im Geldsystem. Standarbeit bedeutet oft, dass man als Standbetreuer eine aktive Rolle einnimmt, damit der Fluss an Informationen gut gelingt. Nicht so bei dieser Veranstaltung. Das Interesse am Thema ist immer überdurchschnittlich groß. Manche Interessierte hinterfragen zuerst, was eine Gesellschaft mit entsprechendem Namen motiviert, an einem Event teilzunehmen, welches vor allem den Umweltschutz auf der Agenda hat. Der geldsystembedingte Wirtschaftswachstumszwang und die sich dadurch ergebende Zerstörung unserer Lebensgrundlage ist jedoch schnell erklärt.

Man ist kaum in der Lage in ein selbstgemachtes Vollkornbrot zu beißen, da einem schon die nächsten Fragen von Herantretenden erreichen, auf die man gern eingehen möchte. So sprach ich letztendlich fast 7 Stunden durchgängig. Noch beim Abbau kommen Menschen, die noch schnell einen Flyer mit entsprechenden Infos mitnehmen möchten. Komplett erledigt und doch mit viel Freude fuhren mein fleißiger Helfer ich nach Hause. Die Geldsystemproblematik ist in weiten Teilen dieses Publikums angekommen.

Sicher sind Kritiker der bestehenden Mechanismen beim Geld nicht gleich auch Freunde des Fließenden Geldes. Und doch besteht Gesprächsbereitschaft und der Wunsch, dass sich in diesem Segment etwas verändern muss. Wie die Veränderungen, auch im Sinne des Umweltschutzes aussehen sollten, darf diskutiert werden. Ich bedanke mich bei allen Gästen, die das Fließende Geld am betreffenden Sonntag besuchten.

Darüber hinaus danke ich dem wertvollen Helfer Philipp, ohne ihn hätte diese Aktion so nicht funktioniert. Des Weiteren danke ich dem Veranstalter, professioneller kann man ein solches Fest nicht organisieren, danke!

Steffen Henke

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henke@neuesgeld.net (Steffen Henke) Blog Thu, 11 Jul 2019 16:37:17 +0000
IWF-Ökonomen diskutieren Fließendes Geld https://neuesgeld.net/index.php?option=com_k2&view=item&id=323:iwf-oekonomen-diskutieren-fliessendes-geld&Itemid=101 https://neuesgeld.net/index.php?option=com_k2&view=item&id=323:iwf-oekonomen-diskutieren-fliessendes-geld&Itemid=101

Wenn man im Kern das Geldsystem verstehen möchte, kommt man nicht daran vorbei, sich mit dem Thema der sogenannten Geldumlaufsicherung zu beschäftigen. Die Realwirtschaft dient dem Gemeinwohl dann am besten, wenn das Geld im Wirtschaftskreislauf möglichst gleichmäßig zirkuliert. Nur wie wird dies erreicht? ...

Es stellt sich also die Frage: Müssen Marktteilnehmer, die mehr Geld vereinnahmen, als sie aktuell ausgeben wollen, über Mechanismen im Geldsystem motiviert werden, damit sie ihre überschüssigen Mittel freigeben und nicht horten? Hortung führt zu Störung des Wirtschaftskreislaufes.

Im gegenwärtigen System wird diese Motivation normalerweise mit einem Zins deutlich größer null Prozent und Inflation (Inflationsziel der EZB: ca. 2 Prozent) geschaffen. Ergebnis dieser eben genannten destruktiven Geldumlaufsicherungen sind unter anderem zinsbedingte Umverteilung von fast allen zu wenigen, zinsbedingte extreme Kapitalkonzentrationen – Wirkung: Demokratieverlust – und Umweltzerstörung wegen des zinsbedingten Wirtschaftswachstumszwangs. Aus verschiedenen Ursachen, auf die hier heute nicht eingegangen wird, liegt der aktuelle durchschnittliche Marktzins jedoch derart niedrig, so dass er seine geldumlaufsichernde Funktion nicht mehr ausreichend erfüllt. Deshalb sind die Volumina von täglich fälligen Einlagen förmlich explodiert. Dadurch wiederum sind die systemischen Risiken weiter massiv gestiegen.

Eine alternative Geldumlaufsicherung wäre ein Zins deutlich unter null Prozent, also Fließendes Geld. Oft wird in diesem Zusammenhang auch von „Negativzinsen“ gesprochen. Diesen Begriff halte ich allerdings schon wegen seiner negativen Konnotation für völlig ungeeignet. Wer mag schon etwas „Negatives“. Darüber hinaus wird der Begriff oft auch propagandistisch eingesetzt und führt Interessierte regelmäßig auf die falsche Fährte. Viele Geldreformerinnen und Geldreformer sprechen deshalb von einer Umlaufsicherungsgebühr oder einem Umlaufimpuls.

Der Inhalt eines Arbeitspapiers (1) von Ökonomen des IWF aus August 2018 fand in den vergangenen Tagen den Weg in die Medien. In der Arbeit wird genau das diskutiert: Wie könnten Zentralbanken den Leitzins deutlich unter null Prozent festsetzen. Ohne weitere Maßnahmen wäre die Folge eine Flucht ins Bargeld. Insofern liegen die betreffenden IWF-Ökonomen richtig, wenn sie Überlegungen anstellen, wie auch das Bargeld mit Kosten belegt werden kann. Spätestens jetzt sorgt allerdings eine solche Diskussion bei Leserinnen und Leser, die sich mit der Thematik bisher nicht auseinandergesetzt haben, für spürbares Entsetzen.

Am Einfachsten wäre es vermutlich, wenn auf Bargeld als Transaktionsmittel ganz verzichtet wird, denn auf täglich fällige Einlagen lassen sich deutlich leichter Gebühren erheben. Dies lehne ich jedoch kategorisch ab! Auch im IWF-Dokument werden die Vorteile des Bargeldes, wie zum Beispiel das anonyme Bezahlen und damit der Schutz der Privatsphäre und die Unabhängigkeit von Technik herausgestellt.

Alternativ könnte man durchaus Gebühren auch auf Bargeld erheben. Bei einem sehr erfolgreichen Experiment in Wörgl (1932 – 1933) mussten monatlich für die sogenannten Arbeitswertscheine für deren Gültigkeitserhalt Stempelmarken gekauft werden (2). Bei heute bereits eingesetzten regionalen Tauschmitteln, wie dem Chiemgauer (3) müssen Aufwertmarken erworben werden. Weitere technische Lösungen wurden schon vor Jahren unter anderem in einem Heft der Humanen Wirtschaft besprochen (4). Auf dieses Heft beziehen sich auch die IWF-Ökonomen. Interessant, beim IWF liest man die Humane Wirtschaft. Selbst die Arbeiten von Silvio Gesell (5) werden erwähnt.

Im oben genannten Arbeitspapier des IWF wird ein dritter Weg behandelt. Bargeld wird von täglich fälligen Einlagen entkoppelt. Eben zuletzt genannte Aggregate werden von den Autoren des IWF-Dokuments als elektronisches Geld bezeichnet. Das sehe ich bezüglich der Begriffsdefinition kritisch, da streng zwischen Geld (Zentralbankgeld) und täglich fälligen Einlagen (z. B.: Guthaben auf Girokonten) unterschieden werden sollte, um ein besseres Verständnis der Prozesse zu erreichen.

Die Reaktionen von Ökonomen wie auch breiter Bevölkerungsschichten zeigen, wie weit entfernt wir davon sind, dass die Mechanismen im Geldsystem erkannt werden. So sprechen die Ökonomen Matthias Weik und Marc Friedrich in Bezug auf Negativzinsen einerseits vom „EZB-Folterinstrument“ (6). Andererseits erklären sie, dass Systeme, die durch Zinseszins exponentiell wachsen, immer nur zeitlich begrenzt funktionieren können (7). Welche Art der Geldumlaufsicherung empfehlen dann diese beiden Autoren? Oder sind sie der Meinung, dass es in einem Geldsystem keiner Geldumlaufsicherung bedarf? Sie verraten es uns nicht.

Im Focus ist zu lesen, dass der „Vorschlag des IWF verheerend“ sei, da über „Strafzinsen“ eine „Enteignung der Sparer“ erfolgen würde (8). Dabei übersieht der Autor, dass die Kosten ausschließlich auf Bargeld und kurzfristige Einlagen erhoben werden. Nicht betroffen sind demnach mittel- bis langfristige Einlagen, Sparen, beispielsweise für die Altersvorsorge oder größere Anschaffungen in der Zukunft, ist ohne weiteres möglich. Sollte dem Leser oder der Leserin dieser Punkt noch nicht ganz klar sein, empfehle ich, sich mit der Zinsstrukturkurve beider Systeme (Zinsen deutlich größer null Prozent und Zinsen deutlich kleiner null Prozent) auseinanderzusetzen (9).

Auch die Kommentare unter den verschiedenen Veröffentlichungen signalisieren, dass sich viele Menschen durch Gebühren auf Bargeld und kurzfristigen Einlagen regelrecht abgezockt fühlen. Dies wird zum Teil mit entsprechender Emotionalität zum Ausdruck gebracht. Doch die Verfasserinnen und Verfasser liegen damit falsch, auch, wenn ich die Reaktionen nachvollziehen kann, insofern sich Menschen mit der Thematik noch nicht eingehend beschäftigt haben. Zum Glück kann ich meine Aussagen gut belegen, da mathematische Betrachtungen des Geldsystems die Beweise liefern. Ich habe mein Fazit unter anderem im 4. Hauptsatz der alternativen Wirtschaftswissenschaft fixiert:

„Über 8 von 10 Menschen zahlen immer mehr Schuldzinsen (über die betreffenden drei Wege, siehe 3. Hauptsatz), als sie je in der Lage sind, Guthabenszinsen zu vereinnahmen, wenn ein Zins deutlich größer null Prozent als destruktive Geldumlaufsicherung verwendet wird.“ (10)

Das bedeutet: Gebühren auf Bargeld und kurzfristige Einlagen führen dazu, dass der mittelfristige Zins auf null Prozent gebracht wird. Davon profitiert tatsächlich die sehr große Mehrheit der Menschen. Berücksichtigt man zum Beispiel den wegfallenden zinsbedingten Wirtschaftswachstumszwang, gewinnen alle durch den erst dadurch möglichen Umweltschutz in notwendiger Dimension. Interessierte, die sich mit diesen Zahlen detailliert beschäftigen wollen, verweise ich auf den passenden Text, ebenfalls in meinem Buch (11).

Übrigens wurde mein Buch über meine gemeinnützige Gesellschaft Neues Geld herausgegeben, für die ich ehrenamtlich als Geschäftsführer tätig bin. Erlöse kommen demnach vollständig dem gemeinnützigen Zweck zu Gute!

Nun will ich hier bestimmt keine Lanze für den IWF brechen. Es werden von dieser Organisation Nothilfen mit harten Auflagen verbunden, die Ergebnisse sind für die Menschen in den betreffenden Ländern katastrophal (12). Doch bei aller Kritik sollten deshalb Vorschläge aus dieser Quelle nicht mit großem Geschrei emotional abgewatscht werden, anstatt sie wissenschaftlich zu diskutieren. Im IWF-Arbeitspapier steht selbst, dass es sich um Forschungsarbeiten der Autoren handelt, die die Diskussion anregen sollen und nicht unbedingt die Ansichten des IWF wiedergeben. Auch wird mehrfach betont, dass eine klare Kommunikation und eine Verbesserung der Bildung der Bevölkerung in Finanzfragen erfolgen muss. Dem ist zuzustimmen.

Die Defizite des Arbeitspapiers sind aus meiner Sicht an ganz anderer Stelle zu verorten. Es wird nicht ausreichend besprochen, welche Wirkungen ein Zins deutlich unter null Prozent als konstruktive Geldumlaufsicherung auf verschiedene andere Assets ausüben würde. Hat man diese beleuchtet, bleibt nur die Konsequenz, dass hier Regelungen vor dem weiteren Absenken der Leitzinsen unter null Prozent zwingend erforderlich sind. Auch vermittelt das IWF-Dokument, dass das Belegen von Zentralbankgeld und kurzfristigen Einlagen mit Kosten eine krisenbedingte Maßnahme sei. Später, insofern sich die wirtschaftliche Lage wieder verbessert hätte, würde man zum alten System zurückkehren. Damit würde man jedoch die Bedingungen schaffen, die direkt in die nächste Krise führen. Darüber hinaus müsste diskutiert werden, wie die in der Vergangenheit aufgebauten Ungleichgewichte kontrolliert abgetragen werden können. Gelingt das nicht, geschieht das mit zerstörerischen Folgen unkontrolliert.

Das Geldsystem greift in fast alle Bereiche unseres Lebens ein. Änderungen bei der Art der Geldumlaufsicherung, begleitet von weiteren Maßnahmen, sind zwingend notwendig, wenn wir die Aufgaben der Zukunft im Sinne des Gemeinwohls lösen wollen. Deshalb bleibt zu hoffen, dass sich die Zusammenhänge beim Geld in der Bevölkerung noch wirksamer herumsprechen. Dies ist eine elementare Voraussetzung, damit die Zustimmung der Bevölkerung für wertvolle neue Wege beim Geld als Basis für viele weitere notwendige Veränderungen gegeben ist.

Steffen Henke

(1) WP/18/191: „Monetary Policy with Negative Interest Rates: Decoupling Cash from Electronic Money“, Katrin Assenmacher und Signe Krogstrup, 08-18
(2) vgl. INWO Deutschland e. V.:, „Das Wunder von Wörgl“, Werner Onken, https://www.inwo.de/das-wunder-von-woergl (abgerufen am 25.02.19)
(3) vgl. Chiemgauer e. V.: „Die neuen Scheine sind da“, E. Boehringer, https://www.chiemgauer.info/aktuell (abgerufen am 25.02.19)
(4) Humane Wirtschaft: „Umlaufsicherung von Banknoten“, Thomas Seltmann, 02-10, S. 10 – 16
(5) Gesell, Silvio: „Die natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld“, Selbstverlag, Les Hauts Geneveys 1916, 9. Auflage, herausgegeben von Karl Walker: Rudolf Zitzmann Verlag, Lauf 1949
(6) Weik, Matthias und Friedrich Marc: „Steuern auf Bargeld“, 13.02.19, https://www.mmnews.de/wirtschaft/114843-steuern-auf-bargeld (abgerufen am 25.02.19)
(7) Weik Matthias und Friedrich Marc: Der Crash ist die Lösung. Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“, Bastei Lübbe Taschenbuch, Band 60858, vollständige Taschenbuchausgabe der beim Eichborn Verlag erschienen Hardcoverausgabe, 2015, S. 94 ff.
(8) Focus Online: „Vorschlag des IWF. Steuern auf Bargeld soll Wirtschaft im nächsten Abschwung retten“, Egmond Haidt, 12.02.19, abgerufen am 25.02.19
(9) vgl. Henke, Steffen: „Fließendes Geld für eine gerechtere Welt. Warum wir ein alternatives Geldsystem brauchen, wie es funktioniert und welche Auswirkungen es hat“, Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden, 2017, Kapital III.6: „Die Zinsstrukturkurve“, S. 200 ff.
(10) ebd. S. 435
(11) ebd., Kapital IV.3: „Eine einfache Rechnung“, S. 346 ff.
(12) vgl. Setton, Daniela u.a.: „WTO – IWF – Weltbank. Die ‚Unheilige Dreifaltigkeit‘ in der Krise“, AttacBasisTexte 25, VSA-Verlag, 2008, S. 15

Bildnachweis: Dateinr.: 38068653 – Urheber: Maksym Yemelyanov © 123RF.com

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henke@neuesgeld.net (Steffen Henke) Blog Sat, 02 Mar 2019 12:51:02 +0000
US-Dollar – mit Schwung gegen die Wand https://neuesgeld.net/index.php?option=com_k2&view=item&id=322:us-dollar-mit-schwung-gegen-die-wand&Itemid=101 https://neuesgeld.net/index.php?option=com_k2&view=item&id=322:us-dollar-mit-schwung-gegen-die-wand&Itemid=101

Die weltweite Verschuldung hat nun ca. 250 Billionen US-Dollar erreicht.

Allein die Staatsverschuldung der USA beträgt mehr als 21,7 Billionen US-Dollar (1):

 Auf CBSNEWS ist zu lesen:

„Für das gesamte Geschäftsjahr 2018 stiegen die Nettozinskosten für die Staatsverschuldung ...

nach vorläufigen Zahlen des CBO um 62 Mrd. USD auf rund 371 Mrd. USD. Das ist ein Sprung von 20 Prozent.“ (2)

In der New York Times findet man eine Grafik zur geschätzten zukünftigen Entwicklung der Zinskosten für den US-Staatsaushalt. In den nächsten 10 Jahren, insofern das System noch nicht zusammengebrochen ist, werden die Zinskosten irgendwo in der Nähe von einer Billion Dollar liegen (3):

Man beachte, dass sich das Haushaltsdefizit der USA bereits in 2018 bei ca. einer Billion USD einpegeln wird. Deshalb kann man sich kaum vorstellen, wie die zusätzlichen zinsbedingten Kosten von den USA gestemmt werden können. Wirtschaftswachstum, Neuverschuldung, Geldschöpfung, negative Realzinsen – all diese Optionen haben Grenzen, die in den kommenden Jahren erreicht sein werden, wenn sie es noch nicht sind.

Es darf natürlich erneut der Hinweis nicht fehlen, dass die gesamte Bevölkerung über Steuerzahlungen belastet wird, damit zumindest ein Teil der Schuldzinsen aus diesen Einnahmen bedient werden können. Die vom Staat gezahlten Zinsen fließen an die Gläubiger. Wegen extremer Ungleichverteilung der Vermögen nehmen die extremen Kapitalkonzentrationen dadurch weiter zu. Demokratieabbau ist unter anderem die Folge. Die Dimension der zinsbedingten Umverteilung von fast Allen zu sehr Wenigen sprengt längst jegliche Vorstellungskraft.

Dieser Wahnsinn lässt sich nur beenden, wenn wir viel intensiver, als das bisher geschieht, über alternative Wege beim Geldsystem nachdenken. Die aktuellen Mechanismen im Geldsystem liefern keine vernünftige Grundlage, um die Aufgaben der Zukunft zu meistern.

Steffen Henke

 

(1) USA: Haushaltsdaten Oktober 2018, 13.11.18, www.querschuesse.de, abgerufen am : 02.02.19
(2) „The skyrocketing interest payments on U.S. debt“, CBSNWES, CBS Interactive Inc., Rachel Layne, 11.10.18, abgerufen am 02.02.19
(3) „As Debt Rises, the Government Will Soon Spend More on Interest Than on the Military“, The New York Times, Nelson D. Schwartz, 25.09.18, abgerufen am 02.02.19

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henke@neuesgeld.net (Steffen Henke) Blog Sun, 03 Feb 2019 17:03:42 +0000
Medienkritik https://neuesgeld.net/index.php?option=com_k2&view=item&id=321:medienkritik&Itemid=101 https://neuesgeld.net/index.php?option=com_k2&view=item&id=321:medienkritik&Itemid=101

Die Leserinnen und Leser werden beim Wahrnehmen der Überschrift instinktiv vermuten, dass es sich bei diesem Text um eine Kritik an den sogenannten Leitmedien handelt. Doch weit gefehlt. Sollten sich Interessierte mit den Fehlentwicklungen des Medienmainstreams beschäftigen wollen, empfehle ich folgende Bücher:

• Uwe Krüger: „Meinungsmacht“
• Jens Wernicke: „Lügen die Medien“
• Ulrich Teusch: „Lückenpresse“

In diesen Werken sind die bestehenden Defizite der „Leitmedien“ nachvollziehbar herausgearbeitet.

Wegen der bestehenden Mängel haben sich in den letzten Jahren verstärkt „alternative Medien“ etabliert. Diese Entwicklung ist zu begrüßen. Da im Medienmainstream kaum über den Fehler im Geldsystem (Stichwort: exponentielle Wachstumsprozesse) – und die Lösung: Fließendes Geld – berichtet wird, wandte ich mich am 06.08.18 mit einem Artikel an die Zeitschrift Free21, damit die Abonnentinnen und Abonnenten ...

mehr über die Wirkungen einer alternativen Geldumlaufsicherung, wie sie beim Fließenden Geld zum Einsatz gelangt, erfahren. Am 12.08.18 teilte man mir mit, man wölle das im Team diskutieren und sich darauffolgend noch einmal melden.

Da ich nichts aus der Free21-Redaktion hörte, fasste ich freundlich am 05.09.18 nach und erhielt am 07.09.18 prompt eine Antwort. Es sei gut, dass ich noch einmal geschrieben hätte und man bat um Verständnis, da bedauerlicherweise der Chefredakteur Tommy Hansen unerwartet und plötzlich verstorben sei. Es fiel mir nicht schwer, für eine solch traurige Situation das entsprechende Verständnis aufzubringen. Man versprach zugleich erneut, dass man sich in den nächsten Tagen melden würde.

Am 18.10.18 klopfte ich erneut höflich bei der Zeitschrift an, da aus meiner Sicht „die nächsten Tage“ seit Anfang September verstrichen waren. Da nun gar nicht reagiert wurde, teilte ich am 19.11.18 einer Frau Matthaei, die auch bisher die Korrespondenz führte, mit, dass ich irritiert sei. Am 20.11.18 schrieb mir Holger Bartholz, nach dem Tod von Hansen nun redaktionell verantwortlich: „Hallo Herr Henke, tut mir leid, dass ich Ihnen bisher nicht geantwortet habe. […] Derzeit sehe ich für Ihr Thema wenig Möglichkeiten bei uns, da wir schon mit vielen anderen Nachrichten, die den meisten Leuten womöglich mehr auf der Seele brennen, ziemlich ausgelastet sind. Ich hoffe auf Ihr Verständnis.“

Damit wäre der Vorgang für mich erledigt gewesen, hätte nicht Bartholz, vermutlich versehentlich, bei seiner Antwort eine hausinterne Mail vom 19.11. an mich weitergeleitet. Hierin heißt es, dass mein „Thema und […] Schreibstil aus unterschiedlichen Perspektiven für gut und übernehme-fähig befunden“ wurde. Man würde „schön blöd“ dastehen, da ich noch keine Antwort bekommen hätte, die ich jedoch „redlich verdiente“.

Wegen dieses Widerspruchs, einerseits Ablehnung der Veröffentlichung von Bartholz, andererseits Zuspruch zweier seiner Kollegen, schrieb ich Bartholz am 20.11.18 erneut und bat darum, er möge seine Entscheidung überdenken. Diese Mail wurde bis heute nicht beantwortet.

Sucht man auf der Internetpräsenz von Free21 den Begriff Fließendes Geld, werden zwei Artikel gefunden. Allerdings erscheinen diese beiden Beiträge, weil in dem einen vom fließenden Wasser und in dem anderen vom fließenden Netzwerk gesprochen wird. Also tatsächliches Ergebnis: null. Durchstöbert man jedoch die Plattform jedoch nach dem Begriff Vollgeld, werden mehrere Beiträge zum Geldsystem angezeigt.

Sicher darf Free21 selbst bestimmen, über welche Themen berichtet wird und über welche nicht. Bisher fiel die Entscheidung zu alternativen Wegen im Geldsystem einseitig zu Gunsten des Vollgeldes aus. Meine Erfahrungen mit Ken Jebsen sind vergleichbar.

Übersehen wird jedoch dabei folgendes: Wird beim Vollgeld als Vollgeldumlaufsicherung ein Zins größer null Prozent verwendet, wie es viele der Hauptprotagonisten fordern, fliegt uns wegen des sich dann einstellenden Zinseszinseffekts ein solches Vollgeldsystem ebenfalls, volkstümlich ausgedrückt, um die Ohren. Das sagt zumindest die Mathematik. Insofern halte ich es für angebracht, wenn alternative Medien über eine Alternative bei der notwendigen Geldumlaufsicherung berichten. Tun sie das nicht, sehe ich Parallelen zu dem Medienmainstream. Es werden vor allem die Inhalte geliefert, die ins eigene Weltbild passen.

Steffen Henke

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henke@neuesgeld.net (Steffen Henke) Blog Thu, 24 Jan 2019 10:12:51 +0000
Nachruf – Uwe Flohrer https://neuesgeld.net/index.php?option=com_k2&view=item&id=320:nachruf-uwe-flohrer&Itemid=101 https://neuesgeld.net/index.php?option=com_k2&view=item&id=320:nachruf-uwe-flohrer&Itemid=101

Heute erfuhr ich, verbunden mit großer Traurigkeit, dass der Möglichmacher und Freund – Uwe Flohrer – vor wenigen Tagen nach schwerer Krankheit verstorben ist.

Vor vielen Jahren lernte ich Uwe Flohrer über das Fließende Geld kennen. Mit großer Begeisterung und viel Engagement half er aktiv mit, das Fließende Geld bekanntzumachen. So half er u. a. bei der Organisation von Veranstaltungen. Durch ihn konnte ich Referate (z. B.: Uni Leipzig im Rahmen der Arnold-Sommerfeld-Gesellschaft e. V.) halten. An unzähligen Ständen der Neues Geld leistete er Aufklärungsarbeit. So war er beispielsweise beim Tag der Sachsen, der Ökofete und dem Connewitzer Straßenfest mehrfach dabei. Das Bild ...

zeigt ihn bei der Standarbeit auf dem Connewitzer Straßenfest 2013. Als Akademiker wusste er, wovon er sprach. Auf ihn war Verlass. Tief hat er sich in die Inhalte, auch zum Geldsystem, hineingearbeitet. Dabei gelang es ihm, nie den Pfad der wertschätzenden Kommunikation zu verlassen, auch, wenn er auf gegensätzliche Meinungen traf.

Doch auch ganz unabhängig von seinen Leistungen für eine gerechtere Welt war Uwe ein Mensch, mit dem man sich gern zusammensetze und beim Bierchen in gemütlicher Atmosphäre die Positionen tauschte.

Besonders dankbar bin ich ihm, da er mein Buch Korrektur las und nützliche Hinweise gab.

Ich spreche hier der mir ebenfalls sehr gut bekannten Partnerin, die Uwe immer wertvoll unterstützt hat und seiner Familie mein herzliches Beileid aus. Ich wünsche der Familie und den nahen Bekannten viel Kraft für die schwere Zeit!

Lieber Uwe, ich bin dir für immer dankbar und werde dich nie vergessen.

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henke@neuesgeld.net (Steffen Henke) Blog Wed, 16 Jan 2019 17:30:34 +0000
Steter Tropfen höhlt das Bargeld https://neuesgeld.net/index.php?option=com_k2&view=item&id=319:steter-tropfen-hoehlt-das-bargeld&Itemid=101 https://neuesgeld.net/index.php?option=com_k2&view=item&id=319:steter-tropfen-hoehlt-das-bargeld&Itemid=101

Im Vergleich zu Norbert Häring bin ich beim Thema der vermeintlichen Geldschöpfung durch private Geschäftsbanken zu anderen Ergebnissen gekommen. Bei der Bedeutung von Bargeld bringt es eben genannter Autor auf den Punkt:

„Bargeld bewahrt uns einen Rest Freiheit und Privatsphäre. Es begrenzt Entmündigung, Gängelei und Überwachung durch den Staat und seine Geheimdienste, die Finanzbranche und die Datenkraken der IT-Branche.“ (1)

Nach einer Studie der Deutschen Bundesbank (2) aus dem Jahr 2014 ist in Deutschland das Bargeld immer noch Zahlungsmittel Nr. 1. Im Ergebnis wurde 2014 am POS (3) nach Umsatz zu 53,2 Prozent und nach Transaktionszahl zu 79,1 Prozent mit Bargeld bezahlt. (4) In Schweden dagegen hat das Bargeld seine Relevanz so gut wie vollständig verloren. Hier kann man das Benutzen einer Toilette oder die Zeitung auf Straße teilweise nur noch bargeldlos zahlen.

Es gibt verschiedene Wege, das Bargeld wegen verschiedener Interessen zurückzudrängen:

Zum Ersten mittels Motivation, andere Zahlsysteme zu nutzen. So schrieb beispielsweise die DAB Bank (später von Consorsbank übernommen) im September 2016 ihre Kunden an und lockte mit bis zu „100 Euro Cashback im Jahr“. Für jede girocard-Zahlung mit PIN und jede VISA Card-Zahlung werden laut diesem Angebot 10 Cent gutgeschrieben. Weitere Mittel werden eingesetzt, um das bargeldlose Zahlen dem Nutzer schmackhaft zu machen.

Zum Zweiten kann an verschiedenen Stellen mit Bargeld einfach nicht mehr bezahlt werden. Absolut inakzeptabel ist es, wenn das einzige gesetzliche Zahlungsmittel (5) noch nicht einmal bei behördlichen Stellen, zum Beispiel zum Begleichen einer Steuerschuld beim Finanzamt eingesetzt werden kann. Auch ist das Einzahlen von Bargeld als Dritter auf ein Konto mit abweichendem Kontoinhaber in Deutschland nur noch eingeschränkt möglich.

Zum Dritten tauchen immer wieder Berichte auf, in denen eine Kriminalisierung der Bargeldnutzer erfolgt. (6) Wer nichts zu verbergen hätte, könne doch bedenkenlos mit Karte bezahlen. Diejenigen, die anonym Zahlungen vornehmen möchten, um ihre Privatsphäre zu schützen, stehen schnell unter dem Generalverdacht, bei den Transaktionen etwas Illegales umsetzen zu wollen.

Zum Vierten wird das Spiel mit der Angst gespielt. Schließlich könne man seine Banknoten verlieren oder sie könnten gestohlen werden. Darüber hinaus bestünde eine gewisse Unsicherheit, ob die erhaltenen Scheine überhaupt echt wären. Des Weiteren gibt es verschiedene gesetzliche Bestimmungen, gegen die man eventuell beim Einsatz bestimmter Mengen an Bargeld verstößt und spätestens jetzt ins Unerlaubte abdriftet. Dann doch lieber der sichere Karteneinsatz, so lautet zumindest die Empfehlung der Förderer bargeldloser Systeme.

Zum Fünften wird an der Kostenschraube gedreht, um die Verwendung von Bargeld unlukrativ zu machen. Bei persönlicher Einzahlung von Bargeld durch Unternehmer auf das eigene Firmenkonto fallen mittlerweile bei einigen Instituten Gebühren in zweistelliger Größenordnung an. Kostengünstigere Bareinzahlungen am Einzahlungsautomaten sind mengenmäßig pro Tag wegen der fehlenden Kontrollmöglichkeit des Einzahlers begrenzt. Mir wurde berichtet, dass bei einigen Geschäftsbanken am Schalter kein Bargeld zwecks Einzahlung auf das eigene Konto mehr angenommen wird.

Selbst Großunternehmen wie Audi schwenken auf den bargeldlosen Kurs ein. So heißt es in einer hauseigenen Vereinbarung zur Zahlungsabwicklung: „Barzahlung (nicht empfohlen). Gesonderte Voranmeldung und präventive Geldwäscheprüfung nach Geldwäschegesetz (GwG) erforderlich.“ Dabei handelte es sich nicht etwa um die Zahlung eines Kaufpreises für ein Fahrzeug dieses Herstellers, sondern um Kosten in Höhe von wenigen hundert Euro. Weshalb „präventive Geldwäscheprüfungen“ bei Zahlungen in dieser Größenordnung angedroht werden, erschließt sich dem Verfasser dieses Textes nicht.

Das Auswerten von Daten liefert viele Erkenntnisse. So fand eine Supermarktkette in den USA (7) heraus, dass eine ihrer Kundinnen schwanger war, bevor es der Vater des später geborenen Kindes wusste. Es wurden Veränderungen im Einkaufsverhalten analysiert. Bei der Zahlung mit Bargeld wäre dies nicht möglich gewesen.

Über unbares Einkaufen, dem Verwenden kostenfreier Kommunikationsdienste (was ist ihr Preis?), Füttern von sozialen Netzwerken mit Daten, dem Nutzen weiterer Apps (Stichwort: Bewegungsprofile), das Besuchen von Internetseiten, usw. werden Berge von Informationen gesammelt. Oft hört man den Einwand: „Ich habe doch nichts zu verbergen.“ Und betrachtet man explizit eine Angabe, also den Kauf eines Joghurts, das Schauen eines Videos im Netz, die Teilnahme an einem Event oder das „gefällt mir“ bei einem Foto, wirkt die dadurch weitergegebene Information als belanglos. Kann man sich die Auswertungsmöglichkeiten über Algorithmen nur andeutungsweise vorstellen, da eine exorbitante Datenmenge zur Verfügung steht, erahnt man, welche Potentiale sich ergeben.

Der Psychologe Michal Kosinski gab unter anderen über einen Artikel (8) einen kleinen Einblick über die Möglichkeiten von Big Data: „[…] mit 300 Likes kann die Maschine [der Computer; Anm. S. H.] das Verhalten einer Person eindeutiger vorhersagen als deren Partner.“ Noch wilder wird es, wenn es nicht um das Vorhersagen von Verhalten, sondern um dessen Einflussnahme geht. Wie reagieren beispielsweise Bevölkerungen, wenn völkerrechtswidrige geostrategische Aktivitäten, wie zum Beispiel aktuell im Jemen, erfolgen? Seit 2017 geschieht im Jemen eine humanitäre Katastrophe. (9) Jede Gruppe erhält eine für die jeweilige Gruppe zugeschnittene Kriegsbegründung über soziale Netzwerke gesendet. Der Aufbau eines Feindbildes, Grundlage eines jeden Krieges, wird individualisiert, damit eine ausreichende Unterstützung für falsche außenpolitische Strategien in der Bevölkerung erzeugt wird. Die Risiken bei innenpolitischer Einflussnahme sind vergleichbar.

Bargeld ist ein Grundbaustein von Selbstbestimmtheit. Das anonyme Bezahlen ist eine unabdingbare Voraussetzung für Freiheit. Das Zurückdrängen von Bargeld bzw. anonymer Bezahlmöglichkeiten ist eine Gefahr für bestehende demokratische Strukturen. Man sollte immer etwas Bargeld zu Hause aufbewahren. Schnell kann die Bank im Krisenfall ihre Türen schließen und der Geldautomat kein Bargeld mehr zur Verfügung stellen. Die Situation in Griechenland in den vergangenen Jahren belegt das. Durch das Verwenden von Bargeld können wir signalisieren, dass uns dessen mögliche Verwendung wichtig ist.

Eine konstruktive Geldumlaufsicherung, wie sie beim Fließenden Geld gedacht ist, ließe sich auch mit Bargeld leicht umsetzen. Ausführlich wird dies im Buch des Autors dieses Textes beschrieben. (10)

Steffen Henke

(1) Häring, Norbert: „Die Abschaffung des Bargeldes und die Folgen. Der Weg in die totale Kontrolle“, Bastei Lübbe AG, Köln, 2018, S. 9
(2) Deutsche Bundesbank: „Zahlungsverhalten in Deutschland 2014“, Dritte Studie über die Verwendung von Bargeld und unbaren Zahlungsinstrumenten, 2015
(3) „Der Begriff Point-of-Sale bezieht sich auf den Ort, an dem Waren oder Dienstleistungen verkauft und bezahlt werden. Überwiegend handelt es sich um Ladenkassen, es können aber auch andere Orte sein, beispielsweise wenn Handwerkerleistungen in Privathaushalten Zug um Zug beglichen werden oder im Online- und Versandhandel bezahlt wird.“ (siehe Fußnote 2, S.11)
(4) Henke, Steffen: „Fließendes Geld für eine gerechtere Welt“, Tectum Verlag, 2017, S. 73
(5) Art. 14 Bundesbankgesetz und Art. 128 Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union
(6) vgl. z. B.: FAZ: „Bargeld-Debatte. Deutschland als ‚Hort von Kriminellen‘“, Plickert, Philip, 22.02.2016
(7) SAZ Services AG, St. Gallen: „Big Data – Wie eine Supermarktkette in den USA die Schwangerschaft einer Teenagerin noch vor deren Vater entdeckte.“, Webmaster, 08.05.2014 (abgerufen am 25.09.2018)
(8) Das Magazin (Herausgeberin: Tamedia AG Zürich): Michal Kosinski: „Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt“, von Hannes Grassegger und Mikael Krogerus, 03.12.2016 (abgerufen am 27.01.2017)
(9) vgl. Lüders, Michael: „Armageddon im Orient. Wie die Saudi-Connection den Iran ins Visier nimmt“, Verlag C.H.Beck oHG, München, 2018
(10) Henke, Steffen: „Fließendes Geld für eine gerechtere Welt“, Tectum Verlag, 2017, Kapitel IV, 6.: „Technische Umsetzungsvarianten des Fließenden Geldes“, S. 407

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henke@neuesgeld.net (Steffen Henke) Blog Sun, 30 Sep 2018 10:35:20 +0000
Rezension: „Armageddon im Orient“ – Michael Lüders (C.H.Beck Verlag) https://neuesgeld.net/index.php?option=com_k2&view=item&id=318:rezension-armageddon-im-orient-michael-lueders-c-h-beck-verlag&Itemid=101 https://neuesgeld.net/index.php?option=com_k2&view=item&id=318:rezension-armageddon-im-orient-michael-lueders-c-h-beck-verlag&Itemid=101

Vor wenigen Wochen erschien Michael Lüders Buch: „Armageddon im Orient. Wie die Saudi-Connection den Iran ins Visier nimmt“. Es umfasst ohne Anhänge 240 Seiten und wurde 2018 im C.H.Beck Verlag in München veröffentlicht.

Bereits über zuvor herausgegebene Werke hat Lüders längst bewiesen, dass er Kenner des Orients ist. Dies überrascht auch nicht, schließlich ist er unter anderem Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft. Mir fiel beim Lesen auf, dass in regelmäßigen Abständen das Wort „völkerrechtswidrig“ auftaucht. Dies liegt vor allem daran, da der Autor mehrfach völkerrechtswidrige Aktivitäten der NATO-Staaten in Verbindung mit ihren Verbündeten thematisiert und deutlich kritisiert. Aussagen maßgeblicher amerikanischer Politiker und Militärs machen ihm Angst (S. 231) und das ist verständlich, liest man die von Lüders dargestellten Fakten. Nur ein Narr kann glauben, dass die aggressiven Strategien westlicher Regierungen nebst Partnern nicht früher oder später den Bevölkerungen dieser Länder selbst auf die Füße fallen.

Lüders sagt, dass Entscheidungen längst innerhalb eines kleinen Zirkels von ...

Oligarchen, der neuen Herrschaftselite, fallen würden (S. 231). Die Welt wird vom „Imperium“, den USA, in „gut“ und „böse“ eingeteilt. „Gut“ ist, wer dem amerikanischen Modell folgt, als „böse“ gilt, wer von der vorgegebenen US-amerikanischen Linie abweicht und sich nicht unterordnet. Die als „Feinde“ definierten Staaten, allen voran der Iran und Russland, werden mit allen Mitteln, auch illegalen und völkerrechtswidrigen, bekämpft. Lüders erklärt: „Das Faustrecht ersetzt das Völkerrecht.“ (S. 227). Im Ergebnis dieser Politik unvorstellbares Leid. So geschieht seit 2017 im Jemen die schlimmste humanitäre Katastrophe weltweit. Nach Lüders fiele jedoch im Westen die Kritik am Desaster im Jemen „zurückhaltend“ aus, da hier vor allem Saudi Arabien, Abu Dhabi, die USA und Großbritannien verantwortlich wären (S. 168). Deutschland liefert ebenfalls umfangreich Rüstungsgüter an Saudi Arabien, die mit höchster Wahrscheinlichkeit im Jemen zum Einsatz gelangen.

Wenn man die Zusammenhänge im Orient verstehen will, kommt man an den Veröffentlichungen von Lüders nicht vorbei. Er fühlt sich vor allem einem verpflichtet, dem Frieden. Deshalb ist der Begriff „Frieden“ auch das erste Wort in seiner Arbeit. Lüders ist Vorbild, offen spricht er die außenpolitischen Fehler der Regierungen des Westens an. Das Wissen über den stattfindenden Wahnsinn soll helfen, damit wir Menschen zu besseren Wegen finden. Er will „Sand ins Getriebe streuen“ (S. 240) und empfiehlt, dass Menschen in der „zweiten Reihe“, die bessere Lösungen im Sinne des Friedens parat haben, nach vorn geschoben werden. Mein Tipp, folgen wir seiner Empfehlung, jeder und jede kann seinen und ihren Funken für die Menschheitsfamilie, die in Frieden leben will, geben.

Steffen Henke

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henke@neuesgeld.net (Steffen Henke) Blog Wed, 26 Sep 2018 13:12:43 +0000
Schweizer lehnen Vollgeld ab! https://neuesgeld.net/index.php?option=com_k2&view=item&id=317:schweizer-lehnen-vollgeld-ab&Itemid=101 https://neuesgeld.net/index.php?option=com_k2&view=item&id=317:schweizer-lehnen-vollgeld-ab&Itemid=101

Wenn Sie in einem Vollgeldsystem Vollgeld einer privaten Geschäftsbank für drei Jahre leihen und die Bank dank dieser finanziellen Mittel drei Jahre einen Kredit vergeben kann, entsteht ein Buchungssatz, der aus Einlage (Passivposten – das für drei Jahre angelegte Vollgeld) und Kredit (Aktivposten – das von der Bank verliehene Vollgeld) besteht.

Wenn im aktuellen System ein Kredit für drei Jahre vergeben wird, entsteht ein Aktivposten (der Kredit) und eine täglich fällige Einlage (Passivposten: Darlehensmittel, die dem Kreditnehmer auf seinem Girokonto zur Verfügung gestellt werden). Wenn die Bank nach Kreditvergabe im aktuellen System ihre Risiken reduziert und eine dreijährige Einlage anwirbt, wandelt sich eine täglich verfügbare Einlage in eine Einlage mit z. B. drei Jahre Laufzeit um. Der so entstandene Buchungssatz ist derselbe, wie beim Vollgeld. Das interessiert aktuell die größere Mehrheit der Geldsystemkritikerinnen und –Kritiker nicht.

Bei den eben geschilderten beiden Vorgängen wurde der Einfachheit halber Fristenkongruenz unterstellt. Das bedeutet, die Laufzeit der Einlage stimmt mit der Laufzeit des vergebenen Kredits überein.

Entscheidend ist jedoch: ...

Warum wandelt jemand im aktuellen System seine täglich verfügbare Einlage in eine Einlage z. B. mit drei Jahren Laufzeit um? Oder: Warum übergibt im Vollgeldsystem ein Vollgeldbesitzer sein Vollgeld einer privaten Geschäftsbank für drei Jahre? Es geht also um die Frage der sogenannten Geldumlaufsicherung. Es irritiert, wenn nun hierfür führende Vollgeldprotagonisten (z. B.: Thomas Mayer, Roman Huber, Joseph Huber, Norbert Häring) einen Zins größere null Prozent verwenden wollen.

Wird mit einem Zins größer null Prozent bei der Geldumlaufsicherung gearbeitet, ergeben sich: exponentielle Wachstumsprozesse (immer nur zeitlich begrenzt möglich), extreme Umverteilungsmechanismen (damit extreme soziale Ungleichgewichte), extreme Kapitalkonzentrationen (eine Gefahr für demokratische Strukturen) und Wirtschaftswachstumszwang (damit die Zerstörung der Natur), unabhängig davon, ob wir Vollgeld oder das aktuelle Zentralbankgeld einsetzen.

Insofern kann das Ergebnis in der Schweiz entspannt betrachtet werden. Aufgabe sollte es sein, den Fokus auf die Art der Geldumlaufsicherung zu lenken. Die Alternative zum aktuellen System heißt Fließendes Geld. Natürlich sind auch die Bedingungen zu diskutieren, unter denen eine Bank Kredite vergeben darf. Wachsen jedoch Guthaben und Schulden wegen destruktiver Geldumlaufsicherung exponentiell, ist das Ergebnis, langfristig gesehen, immer eine Katastrophe.

Steffen Henke

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henke@neuesgeld.net (Steffen Henke) Blog Mon, 11 Jun 2018 11:11:41 +0000
Greenpeace bei Syrieninformation auf exotischem Kurs? https://neuesgeld.net/index.php?option=com_k2&view=item&id=316:greenpeace-bei-syrieninformation-auf-exotischem-kurs&Itemid=101 https://neuesgeld.net/index.php?option=com_k2&view=item&id=316:greenpeace-bei-syrieninformation-auf-exotischem-kurs&Itemid=101

Ich bin seit vielen Jahren Greenpeace-Mitglied und auch Abonnent des Greenpeace-Magazins. Das lese ich sehr gern, da ich bereits eine Vielzahl an wertvollen Informationen über dieses Medium erhalten habe.

Irritiert war ich bereits vor einigen Monaten, als ein Greenpeace-Magazin mit der Überschrift: „Geld spezial“ erschien. Es überraschte, dass in diesem Sonderheft der zinsbedingte Wirtschaftswachstumszwang und seine zerstörerische Wirkung auf unsere Umwelt nicht thematisiert wurde. Genauer gehe ich auf diese Ausgabe in meinem kürzlich veröffentlichten Buch: „Fließendes Geld für eine gerechtere Welt“ ein.

Im Greenpeace-Magazin Mai-Juni 2017 (1) ist unter der Überschrift: „Was war“ folgendes zu lesen:

„15. MÄRZ \ SYRIEN \ Sechs Jahre Krieg \ Der Beginn des Aufstandes ...

gegen das Assad-Regime in Syrien jährt sich zum sechsten Mal. Rund 400.000 Menschen sind ums Leben gekommen, Millionen auf der Flucht.“ [Hervorhebungen getilgt]

Ein „Aufstand“ ist ein gewaltsamer Widerstand der Bevölkerung gegen eine Regierung. Soll also diese kleine Botschaft subtil vermitteln, dass das die Ursache für Tod, Leid, Zerstörung und Flucht ist?

Ich möchte hier drei Zitate von Michael Lüders danebenstellen:

„Die westliche Wahrnehmung, die syrische <Opposition> verträte das gesamte oder auch nur nennenswerte Teile des syrischen Volkes, entbehrt jeder sachlichen Grundlage.“ (2)

„In Syrien geht es nicht um <Werte>, sondern um Interessen. […] Zum ersten Mal finden sich die Europäer, allen voran die Deutschen, inmitten eines Sturmes wieder, für den sie mitverantwortlich sind – weil sich ihre Politiker die Sichtweise Washingtons zu eigen gemacht haben: Assad muss weg.“(3)

„Der Syrienkrieg hätte niemals ein solches Ausmaß angenommen ohne die Einmischung von außen. Die Syrer wären in dem Fall heute wohl weder glücklich noch frei, vermutlich aber auch nicht unglücklicher als in ihrer jetzigen Lage – und vor allem wären sehr viel weniger von ihnen tot.“ (4)

Mögen die Leserinnen und der Leser meines Textes die oben zitierte Mitteilung zum Krieg in Syrien im Greenpeace-Magazin 3.17 selbst bewerten. Aus meiner Sicht ist die Darstellung an dieser Stelle zutiefst kritikwürdig. Damit die Welt friedlicher wird, brauchen wir bessere Wege als die geostrategischen Aktionen der NATO-Länder. Eine ausgezeichnete Basis für mehr Frieden wäre ein alternatives Geldsystem ohne zinsbedingtem Wirtschaftswachstumszwang – Fließendes Geld.

Steffen Henke

(1) Greenpeace Magazin, Ausgabe: 03.17, Greenpeace Media GmbH Hamburg, S. 17
(2) Lüders, Michael: „Die den Sturm ernten. Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte“, Verlag C.H.Beck, München, 2017, 4. Auflage 2017, S. 64
(3) ebd., S. 11
(4) ebd., S. 165

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henke@neuesgeld.net (Steffen Henke) Blog Thu, 24 May 2018 15:11:22 +0000